Bebi BergBiber und die Nacht im Garten 🌙🦫

Bebi BergBiber und die Nacht im Garten 🌙🦫 - BergBiber GmbH

Eine Geschichte über unbekannte Geräusche, Mut und die Entdeckung, dass die Nacht gar nicht so unheimlich ist.

Kapitel 1 – Papas besondere Idee

Es war ein warmer Augusttag im BergBiber-Wald. Die Sonne stand noch hoch am Himmel, aber am Abend wurde es inzwischen schon ein kleines bisschen früher dunkel.

Bebi BergBiber saß mit Papa im Garten und baute aus kleinen Ästen eine Brücke für seine Spielfiguren, als Papa plötzlich zum Himmel schaute.

„Heute Nacht sollen besonders viele Sterne zu sehen sein“, sagte er.

Bebi legte seinen Ast zur Seite.

„Mehr Sterne als sonst?“

„Viel mehr.“

Bebi schaute ebenfalls nach oben. Dort war allerdings nur blauer Himmel zu sehen.

„Ich sehe keinen einzigen.“

Papa lachte. „Dafür müssten wir schon bis heute Abend warten.“

Bebi dachte kurz nach.

Normalerweise lag er abends längst in seinem Bett, wenn es draußen richtig dunkel wurde.

„Können wir heute länger wach bleiben?“

Papa tat so, als müsse er sehr lange überlegen.

„Vielleicht könnten wir sogar noch etwas anderes machen.“

„Was?“

Papa zeigte auf die große Wiese hinter dem Haus.

„Wir schlafen heute Nacht draußen.“

Bebis Augen wurden riesig.

„Im Garten?!“

„Im Garten.“

„In einem Zelt?!“

„In einem Zelt.“

Bebi sprang auf.

„JAAAA!“

Sofort rannte er ins Haus.

„Mama! Wir ziehen aus!“

Mama, die gerade in der Küche stand, schaute überrascht zur Tür.

„Ihr zieht aus?“

„Ja! In den Garten!“

Papa kam hinterher und lachte.

„Nur für eine Nacht.“

Den ganzen Nachmittag bereitete Bebi alles vor.

Seinen Schlafsack.

Sein Kissen.

Eine Taschenlampe.

Sein Lieblingskuscheltier.

Und sicherheitshalber noch drei weitere Kuscheltiere.

„Brauchen wir wirklich vier?“, fragte Papa.

Bebi nickte ernst.

„Die waren noch nie nachts draußen.“

Als das Zelt endlich stand, kroch Bebi hinein.

Es war gemütlich.

Durch die geöffnete Zelttür konnte er direkt in den Garten schauen.

„Das wird die beste Nacht überhaupt!“

Noch war Bebi überzeugt davon.

Doch dann verschwand langsam die Sonne hinter den Bäumen.

Der Himmel wurde orange.

Dann rosa.

Dann dunkelblau.

Und plötzlich sah der vertraute Garten ganz anders aus.

Die Büsche wirkten größer.

Die Bäume warfen lange Schatten.

Und irgendwo hinter dem Zaun machte es:

Raschel … raschel …

Bebi rückte ein kleines Stück näher zu Papa.

Vielleicht war eine Nacht im Garten doch ein größeres Abenteuer, als er gedacht hatte.


Kapitel 2 – Was raschelt denn da?

Nach dem Abendessen krochen Bebi und Papa in ihre Schlafsäcke.

Mama setzte sich noch einen Moment zu ihnen.

„Alles gemütlich?“

Bebi nickte.

„Sehr.“

Raschel.

Bebi schaute sofort zur Zelttür.

„Was war das?“

Papa lauschte.

Raschel … raschel.

„Wahrscheinlich ein Tier.“

Bebi zog seine Decke etwas höher.

„Ein großes Tier?“

„Das finden wir heraus.“

Papa nahm die Taschenlampe.

Gemeinsam schlichen sie aus dem Zelt.

Bebi hielt sich dicht hinter Papa.

Das Geräusch kam aus der Nähe eines Busches.

Raschel!

Bebi blieb stehen.

Papa leuchtete vorsichtig zwischen die Blätter.

Dort saß …

„Isabel!“

Isabel Igel schaute überrascht auf.

Neben ihr lag ein kleiner Apfel.

„Hallo Bebi! Ich wollte dich nicht erschrecken.“

Bebi atmete erleichtert aus.

„Du hast ganz schön laut geraschelt.“

Isabel grinste.

„Das passiert, wenn man so viele Stacheln hat.“

Nachdem Isabel weitergezogen war, gingen Bebi und Papa zurück zum Zelt.

„Siehst du“, sagte Papa, „manchmal klingt etwas im Dunkeln viel geheimnisvoller, als es eigentlich ist.“

Bebi nickte.

Das stimmte.

Im Hellen hätte er bei einem Rascheln wahrscheinlich gar nicht nachgedacht.

Doch kaum lagen sie wieder im Zelt, ertönte das nächste Geräusch.

Huuu-huuu!

Bebi setzte sich kerzengerade hin.

„PAPA!“

Huuu-huuu!

„Das kenne ich“, sagte Papa.

„Ich nicht!“

Sie lauschten.

Wieder kam der Ruf aus einem Baum.

Papa erklärte: „Das ist eine Eule.“

Bebi schaute vorsichtig nach draußen.

„Die macht aber komische Geräusche.“

„Für die Eule klingen wahrscheinlich unsere Geräusche komisch.“

Bebi musste lachen.

Er legte sich wieder hin.

Ein Rascheln war Isabel.

Das Huuu-huuu war eine Eule.

Vielleicht war die Nacht wirklich nicht voller unheimlicher Dinge.

Vielleicht war sie einfach voller Dinge, die Bebi noch nicht kannte.


Kapitel 3 – Eine ganz andere Welt

Eine Weile später war es richtig dunkel geworden.

Papa stupste Bebi an.

„Komm mal mit.“

„Wohin?“

„Nur ein paar Schritte.“

Sie verließen das Zelt und gingen auf die Wiese.

Papa schaltete die Taschenlampe aus.

„Jetzt schau nach oben.“

Bebi hob den Kopf.

Und blieb stehen.

„Wooooow.“

Über ihm funkelten unzählige Sterne.

Viel mehr, als er jemals von seinem Kinderzimmer aus gesehen hatte.

Einige leuchteten hell.

Andere waren winzig.

Bebi drehte sich langsam im Kreis.

„Sind die immer da?“

„Ja.“

„Auch tagsüber?“

„Auch tagsüber. Dann ist der Himmel nur zu hell, um sie zu sehen.“

Das fand Bebi erstaunlich.

Plötzlich huschte ein heller Strich über den Himmel.

„PAPA! Da ist ein Stern runtergefallen!“

„Eine Sternschnuppe.“

Bebi schloss sofort die Augen.

„Was machst du?“

„Ich wünsche mir etwas.“

Papa flüsterte: „Dann darfst du es aber nicht verraten.“

Bebi öffnete ein Auge.

„Nicht einmal dir?“

„Nicht einmal mir.“

Also behielt Bebi seinen Wunsch für sich.

Danach entdeckten sie noch etwas.

Winzige Lichter schwebten über der Wiese.

„Da sind noch mehr Sterne!“

Papa lächelte.

„Die sind ein bisschen näher.“

Bebi ging vorsichtig auf eines der Lichter zu.

Ein kleines Glühwürmchen flog an seiner Nase vorbei.

„Es leuchtet! Ganz ohne Taschenlampe!“

Bebi setzte sich ins Gras.

Noch nie hatte er den Garten so gesehen.

Tagsüber gehörte er den Schmetterlingen, Bienen und Vögeln.

Jetzt waren plötzlich Eulen, Glühwürmchen und andere Nachtbewohner unterwegs.

Es war derselbe Garten.

Und trotzdem fühlte er sich an wie eine völlig neue Welt.


Kapitel 4 – Das Geräusch am Zelt

Später krochen Bebi und Papa wieder in ihre Schlafsäcke.

Bebi gähnte.

„Ich glaube, ich bin jetzt müde.“

Papa löschte die kleine Lampe.

„Gute Nacht, Bebi.“

„Gute Nacht, Papa.“

Bebi schloss die Augen.

Doch gerade als er einschlafen wollte, hörte er etwas.

Tipp.

Seine Augen gingen wieder auf.

Tipp … tipp.

Bebi bewegte sich nicht.

Dann kam das Geräusch direkt von der Zeltwand.

Tipp-tipp-tipp.

„Papa?“

„Hm?“

„Da draußen ist etwas.“

Papa hörte ebenfalls hin.

Tipp.

Diesmal stand Bebi nicht sofort auf.

Er erinnerte sich an Isabel.

An die Eule.

Und an die Glühwürmchen.

„Vielleicht sollten wir erst überlegen“, flüsterte er.

Papa lächelte im Dunkeln.

„Gute Idee.“

Bebi lauschte.

Das Geräusch war ganz leise.

Nicht wie Schritte.

Nicht wie Kratzen.

Dann hörte er es überall.

Tipp … tipp … tipp …

„Regen!“

Papa öffnete die Zelttür einen Spalt.

Tatsächlich fielen einige wenige Tropfen vom Himmel.

Bebi musste lachen.

„Ich dachte, da wäre ein Tier.“

„Unser Kopf versucht manchmal, ein unbekanntes Geräusch sofort zu erklären.“

Bebi kuschelte sich wieder ein.

Nun klangen die Regentropfen plötzlich überhaupt nicht mehr unheimlich.

Im Gegenteil.

Tipp … tipp … tipp.

Es war fast wie ein Schlaflied.

Bebi schloss die Augen.

Dieses Mal dauerte es nicht lange.

Dann schlief er ein.

Mitten im Garten.

Unter einem Himmel voller Sterne.


Kapitel 5 – Mitten in der Nacht

Irgendwann wachte Bebi wieder auf.

Es war still.

Sehr still.

Papa schlief neben ihm.

Bebi wusste nicht, wie spät es war.

Er schaute zur Zelttür.

Draußen war alles dunkel.

Für einen kurzen Moment bekam er ein komisches Gefühl im Bauch.

Er hätte Papa wecken können.

Doch dann erinnerte er sich an alles, was sie am Abend entdeckt hatten.

Bebi lauschte.

Ganz weit entfernt rief die Eule.

Huuu-huuu.

„Ich weiß, wer du bist“, flüsterte Bebi.

Im Gras zirpte etwas.

„Und du bist bestimmt auch nur ein Tier.“

Ein Ast bewegte sich im Wind.

Bebi betrachtete seinen Schatten.

Vor ein paar Stunden hätte er vielleicht gedacht, dort stehe etwas.

Jetzt wusste er:

Ein Schatten war einfach ein Schatten.

Bebi kuschelte sich tiefer in seinen Schlafsack.

Plötzlich fühlte er sich richtig mutig.

Nicht, weil er überhaupt keine Angst mehr hatte.

Sondern weil er inzwischen wusste, was er tun konnte, wenn etwas unbekannt war.

Er konnte lauschen.

Er konnte hinschauen.

Er konnte nachdenken.

Und wenn er etwas trotzdem nicht verstand, konnte er Papa oder Mama fragen.

Bebi lächelte.

Dann schloss er wieder die Augen.

Und schlief weiter.


Kapitel 6 – Das Frühstück der Nachtforscher

Am nächsten Morgen wurde Bebi von einem Vogel geweckt.

Piep! Piep! Piep!

Er blinzelte.

Durch die Zelttür fiel warmes Sonnenlicht.

„Papa!“

Papa öffnete verschlafen die Augen.

„Was ist los?“

„Wir haben draußen geschlafen!“

Papa lachte.

„Das ist mir tatsächlich auch aufgefallen.“

Bebi krabbelte aus dem Zelt.

Der Garten sah wieder genauso aus wie immer.

Die Büsche waren nur Büsche.

Die Bäume waren nur Bäume.

Und trotzdem wusste Bebi jetzt, dass hier nachts eine völlig andere Welt erwachte.

Mama kam mit einem Frühstückstablett aus dem Haus.

„Guten Morgen, ihr beiden Nachtforscher.“

Bebi erzählte sofort alles gleichzeitig.

Von Isabel.

Von der Eule.

Von den Glühwürmchen.

Von der Sternschnuppe.

Vom Regen.

Und davon, dass er nachts sogar einmal ganz alleine wach gewesen war.

„Hattest du Angst?“, fragte Mama.

Bebi dachte nach.

„Ein bisschen.“

Dann grinste er.

„Aber ich habe einfach überlegt, was das Geräusch sein könnte.“

Mama setzte sich neben ihn.

„Dann hast du gestern nicht nur den Nachthimmel kennengelernt.“

„Was noch?“

„Du hast gelernt, dass etwas Unbekanntes nicht automatisch etwas Unheimliches sein muss.“

Bebi biss in sein Brötchen und schaute zum Zelt.

Gestern hatte er geglaubt, Mut bedeute, sich vor nichts zu fürchten.

Jetzt wusste er es besser.

Mut konnte auch bedeuten, ein unbekanntes Geräusch zu hören und trotzdem noch einmal genauer hinzuschauen.

Papa nahm einen Schluck Kakao.

„Und? Schlafen wir irgendwann wieder draußen?“

Bebi nickte sofort.

„Ja!“

Dann überlegte er.

„Aber nächstes Mal muss Max mit.“

„Warum?“

Bebi grinste.

„Damit ich ihm erklären kann, was nachts alles raschelt.“

Und so saßen die drei BergBiber gemeinsam im morgendlichen Sonnenschein, während über ihnen die Sterne längst wieder unsichtbar geworden waren.

Bebi wusste aber jetzt:

Sie waren trotzdem da.

Genau wie sein Mut.

Man konnte ihn nicht immer sehen.

Aber wenn man ihn brauchte, war er plötzlich da.

Ende. 🌙🦫✨

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