Bebi BergBiber und der verschwundene Sonnenhut ☀️🦫

Bebi BergBiber und der verschwundene Sonnenhut ☀️🦫

Kapitel 1 – Der letzte richtig warme Ferientag

Der Sommer im BergBiber-Wald neigte sich langsam seinem Ende entgegen.

Morgens war die Luft schon ein wenig kühler als noch vor einigen Wochen, und wenn Bebi BergBiber nach dem Aufstehen aus dem Fenster schaute, lag manchmal ein ganz feiner Nebel über den Wiesen.

Doch an diesem Freitag schien die Sonne schon früh durch Bebis Kinderzimmerfenster.

„Bebi!“, rief Mama von unten. „Heute soll es noch einmal richtig warm werden!“

Das ließ sich Bebi nicht zweimal sagen.

Er sprang aus seinem Bett, zog sich an und flitzte die Treppe hinunter.

Beim Frühstück erzählte Mama, dass Bebi sich später mit Max Meerschweinchen und Noa Nashorn am kleinen Waldspielplatz treffen durfte.

„Jaaaa!“, jubelte Bebi.

Er sprang schon von seinem Stuhl auf.

„Moment“, sagte Mama.

Bebi blieb stehen.

Mama hielt seinen Sonnenhut hoch.

Es war Bebis Lieblingshut. Hellbeige, mit einer kleinen grünen BergBiber-Stickerei vorne.

„Den nimmst du bitte mit.“

Bebi verzog das Gesicht.

„Aber Mamaaa. Ich brauche keinen Hut.“

„Heute schon. Die Sonne wird ziemlich stark.“

Bebi nahm den Hut.

„Und du passt gut darauf auf?“

„Jaaa.“

„Versprochen?“

Bebi setzte den Hut auf.

„Versprochen!“

Wenig später traf er Max und Noa.

Die drei bauten zuerst einen riesigen Staudamm im Sandkasten.

Danach kletterten sie.

Dann spielten sie Fangen.

Und schließlich entdeckte Noa etwas hinter dem Spielplatz.

„Da sind Brombeeren!“

Sofort liefen alle drei hinüber.

Dabei störte Bebi plötzlich sein Sonnenhut.

Er rutschte ein bisschen.

Also nahm Bebi ihn ab.

Neben ihm stand ein kleiner Baumstumpf.

„Ich lege ihn nur ganz kurz hierhin.“

Dann pflückte er eine Brombeere.

Und noch eine.

Und noch eine.

Plötzlich rief Max:

„Wer zuerst bei der Schaukel ist!“

„ICH!“, rief Noa.

„NEIN, ICH!“, rief Bebi.

Und schon rannten alle drei los.

Der kleine beige Sonnenhut blieb auf dem Baumstumpf liegen.

Ganz allein.

Und Bebi dachte keine Sekunde mehr an ihn.


Kapitel 2 – Wo ist mein Hut?

Am Nachmittag kam Mama BergBiber zum Spielplatz.

„Na, ihr drei? Hattet ihr Spaß?“

„Wir haben einen Staudamm gebaut!“, rief Max.

„Und ich bin von ganz oben gerutscht!“, erzählte Noa.

Bebi kam zu Mama gelaufen.

Mama schaute ihn an.

Dann schaute sie auf seinen Kopf.

„Bebi?“

„Hm?“

„Wo ist dein Sonnenhut?“

Bebi fasste sich an den Kopf.

Seine Pfoten erstarrten.

Der Hut.

„Ääääh …“

Bebi schaute zur Rutsche.

Nicht da.

Zur Schaukel.

Nicht da.

Zum Sandkasten.

Auch nicht da.

Plötzlich erinnerte er sich an den Baumstumpf.

„Bei den Brombeeren!“

Bebi rannte los.

Mama, Max und Noa folgten ihm.

Doch als sie bei den Brombeersträuchern ankamen, war der Baumstumpf leer.

Bebi schaute dahinter.

Daneben.

Unter den Busch.

Nichts.

„Er war genau hier!“

Noa half sofort suchen.

Max kroch sogar auf allen vieren unter einen Strauch.

Doch der Hut blieb verschwunden.

Mama fragte schließlich:

„Wann hast du ihn dort hingelegt?“

„Nur ganz kurz.“

„Und danach?“

Bebi wurde still.

Er wusste plötzlich ganz genau, was passiert war.

Mama hatte ihm gesagt, er solle auf den Hut aufpassen.

Und Bebi hatte es versprochen.

Aber er hatte nicht aufgepasst.

„Vielleicht …“, begann Bebi.

Er zögerte.

Dann sagte er schnell:

„Vielleicht hat ihn jemand weggenommen!“

Mama sah ihn an.

„Kann sein.“

Bebi nickte eifrig.

„Bestimmt!“

Doch während er das sagte, fühlte sich sein Bauch plötzlich komisch an.

Denn eigentlich wusste er gar nicht, ob jemand den Hut genommen hatte.

Vielleicht war er weggeweht worden.

Vielleicht hatte ein Tier ihn verschoben.

Oder vielleicht lag er einfach irgendwo, weil Bebi vergessen hatte, wo er ihn hingelegt hatte.

Auf dem Heimweg war Bebi ungewöhnlich still.

„Alles okay?“, fragte Mama.

„Ja.“

Aber das stimmte nicht ganz.

Denn Bebi musste immer wieder an sein Versprechen denken.

Und an seinen Satz:

Bestimmt hat ihn jemand weggenommen.

Je öfter er daran dachte, desto weniger gefiel ihm dieser Satz.


Kapitel 3 – Eine Spur im Gras

Am nächsten Morgen stand Bebi sehr früh auf.

Der verschwundene Sonnenhut war sein erster Gedanke.

Beim Frühstück hielt er es schließlich nicht mehr aus.

„Mama?“

„Ja?“

„Vielleicht hat den Hut doch niemand weggenommen.“

Mama legte ihr Brot auf den Teller.

„Wie meinst du das?“

Bebi schaute auf seine Pfoten.

„Ich habe ihn auf den Baumstumpf gelegt. Dann hat Max gerufen. Und dann bin ich einfach weggerannt.“

Einen Moment war es still.

„Und ich habe gesagt, jemand hätte ihn bestimmt genommen.“

Mama nickte.

Bebi wartete.

Er rechnete damit, dass Mama schimpfen würde.

Doch sie fragte nur:

„Warum hast du das gesagt?“

Bebi zuckte mit den Schultern.

„Weil ich versprochen hatte, darauf aufzupassen.“

Dann sagte er ganz leise:

„Und ich dachte, du bist sonst sauer.“

Mama rückte näher.

„Ich finde es schade, dass der Hut weg ist. Aber viel wichtiger ist mir, dass du mir ehrlich erzählst, was passiert ist.“

Bebi schaute auf.

„Auch wenn ich einen Fehler gemacht habe?“

„Gerade dann.“

Das fühlte sich erstaunlich gut an.

Der komische Knoten in Bebis Bauch war plötzlich fast verschwunden.

„Können wir noch einmal suchen?“

„Natürlich.“

Kurze Zeit später standen Bebi und Mama wieder am Spielplatz.

Diesmal suchten sie nicht einfach überall.

Sie überlegten.

„Was könnte mit einem leichten Sonnenhut passieren?“, fragte Mama.

Bebi dachte nach.

„Er könnte wegfliegen!“

Also schauten sie, in welche Richtung der Wind wehte.

Hinter dem Baumstumpf führte ein kleiner Weg über die Wiese.

Bebi lief langsam darüber.

Plötzlich blieb er stehen.

„Mama!“

Im Gras lag etwas.

Ein kleines grünes Blatt?

Nein.

Es war ein dünnes Band.

Genau die Farbe des Bandes an Bebis Sonnenhut.

„Eine Spur!“

Bebi hob es auf.

Jetzt wurde aus der Suche plötzlich eine richtige Detektivgeschichte.

Und ein BergBiber-Detektiv gab natürlich nicht so schnell auf.


Kapitel 4 – Die Sonnenhut-Detektive

Bebi holte Max Meerschweinchen und Isabel Igel dazu.

„Wir haben einen Fall!“, erklärte er.

Max war sofort begeistert.

„Brauchen wir eine Lupe?“

„Hast du eine?“

„Nein.“

„Dann brauchen wir keine.“

Isabel kicherte.

Gemeinsam folgten sie dem kleinen Weg.

Bebi erzählte seinen Freunden auch, was am Tag zuvor passiert war.

„Ich habe Mama erst gesagt, jemand hätte den Hut weggenommen.“

Max schaute ihn an.

„Aber das wusstest du doch gar nicht.“

„Genau.“

Bebi seufzte.

„Ich wollte nicht sagen, dass ich ihn vergessen habe.“

Isabel nickte.

„Ich habe einmal Mamas Gießkanne draußen stehen lassen. Danach war sie voller Schnecken.“

Max riss die Augen auf.

„Wie viele?“

„Sieben.“

Für einen Moment war der Sonnenhut vergessen.

Sieben Schnecken in einer Gießkanne waren schließlich eine ziemlich interessante Vorstellung.

Dann suchten sie weiter.

Am Rand des Weges entdeckte Max etwas.

„Hier!“

Ein kleiner Zweig hing voller heller Fussel.

Bebi betrachtete sie.

„Die sehen aus wie mein Hut!“

Der Wind musste den Hut tatsächlich hier entlanggetragen haben.

Der Weg führte zu einer kleinen Wiese.

Dort teilte er sich.

Links ging es zum Bach.

Rechts führte er zu Frau Luchses Garten.

„Was jetzt?“, fragte Max.

Bebi schaute sich um.

Dann erinnerte er sich daran, wie Papa beim Puzzle immer sagte:

Wenn du nicht weiterweißt, schau dir erst einmal genau an, was du schon weißt.

Bebi kniete sich hin.

Im Gras lagen wieder winzige helle Fasern.

Rechts.

„Da lang!“

Die drei liefen weiter.

Plötzlich hörten sie ein seltsames Geräusch.

Flapp-flapp-flapp.

Max blieb stehen.

„Was ist das?“

Flapp-flapp.

Das Geräusch kam aus Frau Luchses Garten.

Bebi schlich zum Zaun.

Er schaute hindurch.

Und dann musste er so laut lachen, dass Max und Isabel sofort angerannt kamen.


Kapitel 5 – Das ungewöhnlichste Vogelnest der Welt

Mitten in Frau Luchses Garten stand eine kleine Vogelscheuche.

Und auf deren Kopf saß …

Bebis Sonnenhut.

„DA IST ER!“

Der Wind hatte den Hut offenbar vom Spielplatz über die Wiese getragen.

Irgendwann musste er an der Vogelscheuche hängen geblieben sein.

Doch das war noch nicht alles.

Aus dem Hut ragten kleine Halme.

„Warum ist da Gras drin?“, fragte Max.

Isabel schaute genauer.

„Ich glaube, jemand wollte daraus ein Nest bauen.“

Tatsächlich hatten einige kleine Vögel begonnen, Zweige und trockenes Gras hineinzulegen.

Bebi wusste nicht, ob er lachen oder staunen sollte.

„Die haben meinen Hut geklaut!“

Dann hielt er kurz inne.

„Nein.“

Max schaute ihn an.

Bebi grinste.

„Diesmal weiß ich ja, was passiert ist. Der Wind hat ihn hergebracht.“

Frau Luchs kam aus ihrem Haus.

Als sie hörte, was passiert war, half sie Bebi vorsichtig, den Hut herunterzunehmen.

Die wenigen Zweige legten sie in einen nahegelegenen Busch, damit die Vögel sie weiterverwenden konnten.

Bebi betrachtete seinen Hut.

Er war ein bisschen schmutzig.

Das Band hing an einer Seite herunter.

Und oben klebte ein winziges Stück Gras.

„Der sieht nicht mehr aus wie vorher“, sagte Max.

Bebi setzte ihn auf.

Der Hut saß schief.

Isabel begann zu lachen.

Dann Max.

Dann Bebi.

„Jetzt ist es ein Abenteuerhut.“

Auf dem Rückweg fühlte Bebi sich unglaublich erleichtert.

Nicht nur, weil sein Hut wieder da war.

Sondern weil er gemerkt hatte, dass sein Fehler gar nicht so schlimm gewesen war, wie er am Anfang gedacht hatte.

Er hatte etwas vergessen.

Das konnte passieren.

Viel unangenehmer war das Gefühl gewesen, danach nicht gleich die Wahrheit gesagt zu haben.


Kapitel 6 – Der Haken an der Tür

Zu Hause wusch Mama den Sonnenhut vorsichtig aus.

Das kleine gerissene Band nähte sie wieder fest.

„Fast wie neu“, sagte sie.

Bebi betrachtete ihn.

„Nicht ganz.“

Oben war noch immer ein winziger heller Fleck zu sehen.

Mama wollte ihn entfernen.

„Warte!“

Bebi hielt ihre Pfote fest.

„Der darf bleiben.“

„Warum?“

„Damit ich weiß, dass er schon mal ein Vogelnest war.“

Mama lachte.

Am Nachmittag kam Papa nach Hause.

Natürlich erzählte Bebi die gesamte Geschichte.

Vom Baumstumpf.

Vom Wind.

Von der Spur.

Von der Vogelscheuche.

Und auch davon, dass er zuerst behauptet hatte, jemand anderes hätte den Hut weggenommen.

Papa hörte aufmerksam zu.

„Dann hast du heute gleich zwei Dinge wiedergefunden.“

Bebi runzelte die Stirn.

„Zwei?“

Papa zeigte auf den Sonnenhut.

„Den hier.“

Dann tippte er Bebi sanft auf die Brust.

„Und den Mut, zu sagen: Das war mein Fehler.“

Bebi dachte darüber nach.

Das war ein seltsamer Mut.

Ganz anders als der Mut, von einer hohen Rutsche zu rutschen oder nachts im Garten zu schlafen.

Dieser Mut fühlte sich zuerst unangenehm an.

Aber danach fühlte man sich dafür umso besser.

Am Abend befestigte Papa neben der Haustür einen kleinen Haken.

Darüber hing ein Schild.

BEBIS ABENTEUERHUT

„Dann weißt du ab jetzt immer, wo er hingehört“, sagte Papa.

Bebi nickte.

Bevor er schlafen ging, blieb er noch einmal vor dem Haken stehen.

Er strich über den kleinen Fleck auf dem Hut.

Vielleicht würde er irgendwann wieder etwas vergessen.

Vielleicht würde ihm wieder etwas herunterfallen.

Vielleicht würde er sogar noch viele Fehler machen.

Aber Bebi hatte an diesem Tag etwas Wichtiges verstanden:

Ein Fehler musste nicht versteckt werden.

Man konnte ihn anschauen.

Man konnte ihn zugeben.

Man konnte versuchen, ihn wieder gutzumachen.

Und manchmal …

… wurde aus einem verlorenen Sonnenhut sogar eine Geschichte, über die man später gemeinsam lachen konnte.

Bebi schaltete das Licht aus.

Im Flur hing sein Abenteuerhut sicher an seinem neuen Platz.

Und dieses Mal wusste Bebi ganz genau, wo er ihn am nächsten Morgen finden würde.

Ende. 🦫☀️💛

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Bebi BergBiber und die Nacht im Garten 🌙🦫 - BergBiber GmbH

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